USA: Thoreau-Hütte

Die Thoreau Hütte ist der Beitrag des Vereins WaldZeit e.V. zum Internationalen Wildniscamp und wurde im Frühsommer 2009 fertig gestellt.

„Das Lebendige ist das Wilde“ Die Thoreau-Hütte

Das Experiment

Am 4. Juli 1845 zog Henry David Thoreau in eine kleine Hütte am Walden See nahe der Ortschaft Concord im US-Bundestaat Massachusetts. 2 Jahre, 2 Monate und 2 Tage lebte er in dieser Hütte. In den USA blühten zu dieser Zeit Handel und Wirtschaft, viele machten sich auf den Weg in den Westen. Doch Thoreau machte sich daran, eine andere Reiseroute zu entdecken – die zu sich selbst. Seiner Meinung nach hinderte die rasante Entwicklung in den USA die Menschen daran, selbstverantwortlich zu leben. Und so hielt er mit seinem Einzug in die kleine Hütte am Walden See dem Lebensstil seiner Mitmenschen einen Spiegel vor. Er wollte zeigen, dass der Weg zu sich selbst bei den einfachen Dingen und einer gelassenen Gangart beginnt. Sein Bericht über das Leben in der Hütte am Walden See enthält erstaunliche ökologische Einsichten und ist heute ein Klassiker, der Autoren wie Hermann Hesse nachhaltig beeindruckte.

Wer war Henry David Thoreau?

Henry David Thoreau war ein eigensinniger Einzelgänger, der sich die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit von nichts vorschreiben lassen wollte. Er entschied sich gegen Karriere und Reichtum und fühlte sich stattdessen in der Natur lebendig. Thoreau war ein begnadeter Naturbeobachter, ein früher Ökologe und gleichzeitig ein scharfer Gesellschaftskritiker, der gegen die Sklaverei kämpfte und als Erfinder des Zivilen Ungehorsams gilt. Henry David Thoreau stammte aus Concord, wo er sein Leben verbrachte. In Harvard studierte er Literatur und Philosophie und arbeitete zeitweise als Lehrer, als Bleistiftfabrikant und Landvermesser. Hier war er auch Mitglied eines kleinen philosophischen Zirkels um den Philosophen Ralph Waldo Emerson. So oft es ging, arbeitete er höchstens vormittags, durchstreifte nachmittags die Wälder, um abends seine Beobachtungen und Gedanken zu Papier zu bringen. Mehr als 20 Jahre lang führte er Tagebuch. Viele seiner Gedanken klingen auch heute noch erstaunlich aktuell. Unter anderem beriefen sich Gandhi und Martin Luther King in ihrem Freiheitskampf auf Thoreau.

Thoreau 2007

Thoreau ist auch heute noch modern. In die heutige Zeit übersetzt könnten seine Grundsätze heißen:

  • Lebe bewusst und halte Deinen „ökologischen Fußabdruck“ möglichst klein.
  • Lerne lebenslang, um deine Urteilskraft und Persönlichkeit zu entwickeln.
  • Genieße die Natur mit allen Sinnen. Sie bietet Dir unerschöpfliche Inspiration.
  • Sei kritisch, misch dich aktiv in das gesellschaftliche Leben ein, auch wenn du gegen den Strom schwimmst.

Die Hütte im Wildniscamp

WaldZeit e. V. hat im Rahmen des Projekts „Mensch und Wildnis“ einen Nachbau der Hütte Thoreaus im Wildniscamp am Falkenstein errichtet. Sie soll der äußere Rahmen für die Beschäftigung mit den Grundsätzen Thoreaus sein. Die Hütte am Walden See war 4,50 m lang, 3,30 m breit und 3,20 m hoch. Sie war, bis auf den gemauerten Kamin an der Rückseite, ganz aus Holz und die Außenwand mit Schindeln bedeckt. Der Nachbau ist in der gleichen Größe im Wildniscamp entstanden: Als Holzständerbau und ganz aus heimischem Holz. Von der Tür an der Giebelseite aus ist der Falkenstein zu sehen: Hier kann man der Natur lauschen und in Muße darüber nachdenken, wie wir leben wollen und was wir dafür tun können – ganz im Sinne Thoreaus.

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 Weiterführende Links zu den USA gibt es hier