Mongolei: Ger (Jurte)

Mongolisches GerIm Wildniscamp gibt es drei unterschiedlich gro횩e mongolische Gers (Jurten), deren Gr철횩e anhand der Anzahl der Scherengitter bemessen wird, die die Au횩enwand bilden. Die vier-, f체nf- und sechswandigen Gers stehen auf Holzplattformen und sind mit zwei, drei und vier Betten ausgestattet. Die aus Scherengittern und kreisf철rmig angeordneten Dachstangen bestehende Grundkonstruktion ist mit Filzen verkleidet und schlie횩lich mit der charakteristischen wei횩en Au횩enh체lle 체berzogen.

 

Mongolisches Ger – Kurzsteckbrief

Mongolische MusikAufgrund der klimatischen Bedingungen in der Mongolei ist das Ger die optimale Behausung. Auch der Lebensweise der Bewohner kommt die Bauweise des Gers entgegen. Dadurch, dass ein Ger innerhalb weniger Stunden auf- bzw. abgebaut werden kann, eignet es sich optimal als Behausung f체r die nomadische Lebensweise vieler Mongolen. Zudem kann das Ger durch L체ften bzw. Heizen schnell an die in der Mongolei stark schwankenden Au횩entemperaturen angepasst werden.

 

 

Bauweise

GeraufbauDas Besondere an dieser Behausung ist, dass sie von den urspr체nglichen Bewohnern komplett selbst hergestellt wurde. Ein Ger besteht aus einem Ring h철lzerner Scherengitter und einer darin eingelassenen T체r mit T체rrahmen. Dies stellt das Ger체st der W채nde dar. Darauf werden h철lzerne Dachstangen gelegt. In der Mitte des Gers steht auf zwei Pfosten eine Krone, die als Narbe f체r die Dachstangen dient. Dieses h철lzerne Ger체st wir mit Filzmatten bedeckt, die in der Mitte eine halbkreisf철rmige Rauch철ffnung offenlassen. Sp채ter wird das Ger mit wei횩en Baumwollt체chern 체berspannt, die als Schmuck und Schutz f체r den Filz dienen.

 

 

Alltag im Ger

Gers und LagerfeuerDie gesamte Konstruktion ist so beschaffen, dass sie innerhalb k체rzester Zeit abgebaut, verladen und an einer anderen Stelle wieder aufgebaut werden kann. Entsprechend der mongolischen Tradition zeigt die T체r stets nach S체den. Die linke Seite ist die Seite der Frauen, des Haushaltes (deswegen zeigt die Herd철ffnung nach links) und der Familie. Die rechte Seite ist die Seite der M채nner (dort lagert auch das Sattelzeug und Waffen) und die hintere Seite ist die Ehrenseite. Der mittlere Raum ist f체r den Alltag bestimmt und die vordere Seite, gleich neben der T체r, f체r die Arbeit, f체r nicht geehrte Leute, Tiere und Gegenst채nde. Der Hausherr weist den G채sten, zumindest den als wichtig erscheinenden (am wichtigsten erscheinen die 횆lteren und die Dicken!), Pl채tze zu.

Zu Gast im Ger

Im GerWichtig: beim Eintreten in die Ger keinesfalls die T체rschwelle mit dem Fu횩 betreten oder die Zeltseile ber체hren, dies w체rde als schlechtes Omen, das vom Gast ausgeht, gewertet. Auch wenn die Familie bei der Herde ist, kann der ermattete Reisende jederzeit eintreten und sich laben. Teeschalen und Suutejzai (Tee mit Ziegenmilch) in Thermosflaschen stehen auf dem niedrigen Tischchen hinter dem Gerofen. Als feste Nahrung findet der Eintretende auf gro횩en Tellern verschiedenes Geb채ck und aus Milch hergestellte Speisen vor. Wenn man von einer Familie in die Ger eingeladen wird, ist es 체blich, dass alle aus derselben Sch체ssel essen und bzw. aus demselben Glas trinken. Dass die Gers auch in den St채dten noch lange nicht ausgedient haben, beweist die Tatsache, dass 체ber 61% der Mongolen nach wie vor in Gers wohnen.

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